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Die Prüfungsordnung für das WP-Examen wird geändert: die Modularisierung kommt.
 
Soviel Klausuren schreiben, wie Sie mit ihrem Berufs- und Privatleben vereinbaren können: das geht, wenn die geplante "Modularisierung" des WP-Examens verabschiedet wird.
 
Prüfungstermin August 2019 scheint realistisch.

Diese ist von einem OK der zuständigen Bundesbehörde abhängig. Die WP-Kammer hat nun erstmalig ein offizielles Statement dazu abgegeben. Im WPK-Newsletter - Ausgabe vom 28. Juni 2018 heißt es:
 
"Das Projekt Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens liegt derzeit dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Nach letztem Erkenntnisstand kann bis zum Jahresende mit einer Verordnung gerechnet werden, so dass die Mo-dularisierung zum 2. Prüfungstermin 2019 anwendbar sein könnte."
 
 
Die geplante Reform sieht neben der Entzerrung der Examensinhalte auch weitere Lockerungen z.B. bzgl. der Prüfungs- und Praxiszeiten vor.

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Auf dieser Seite halten wir Sie auf dem Laufenden. Sobald die Modularisierung final verabschiedet ist, laden wir Sie zu einem Sonder-Info-Abend ein: Abonnieren Sie dazu bitte unseren Newsletter.

BEITRÄGE DER WPK UND DES IDW:
 
11. Dezember 2018
WPK gibt die Änderung der Gebührenordnung bekannt.
Neben der Bearbeitungsgebühr von 500 Euro, wird statt der bisher erhobene pauschalen Gebühr für das Examen jetzt eine Gebühr in Höhe von 500 Euro pro Aufsichtsarbeit erhoben.
16. November 2018
WPK veröffentlicht Stellungnahme zum Entwurf der Verordnung zur Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens
Die WPK hat mit Schreiben vom 16. November 2016 gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu dessen "Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Prüfungsverordnung für Wirtschaftsprüfer nach §§ 14 und 131l der Wirtschaftsprüferordnung (Bearbeitungsstand: 24. Oktober 2018)" wie nachfolgend wiedergegeben Stellung genommen: Stellungnahme WPK
13. November 2018
BMWi veröffentlicht Entwurf der Verordnung zur Änderung der Prüfungsverordnung für Wirtschaftsprüfer nach §§ 14 und 131I der Wirtschaftsprüferordnung
Website der WPK: "Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat den Entwurf einer 'Verordnung zur Änderung der Prüfungsverordnung für Wirtschaftsprüfer nach §§ 14 und 131I der Wirtschaftsprüferordnung' veröffentlicht. Die Verordnung soll das Wirtschaftsprüfungsexamen modernisieren und das modularisierte Prüfungsverfahren einführen. Die Anregungen der WPK dazu hat das Ministerium aufgegriffen. Die WPK richtet sich darauf ein, erstmals die Prüfung II/2019 in modularisierter Form durchzuführen, vorausgesetzt die Verordnung wird zeitgerecht veröffentlicht. Für Prüfungsteilnehmer, die nach der noch geltenden Prüfungsordnung eine sogenannte Ergänzungsprüfung abzulegen haben, soll es eine Übergangsregelung geben. Sie sollen auf Antrag in die Modularisierung wechseln können. Das betrifft einerseits Kandidaten, denen im Prüfungstermin I/2019 eine Ergänzungsprüfung auferlegt werden wird, andererseits Kandidaten aus vorhergehenden Prüfungsterminen, die eine ihnen auferlegte Ergänzungsprüfung noch ablegen können. Der Wortlaut des Verordnungsentwurfs ist auf der Internetseite des BMWi abrufbar. Die WPK wird Stellung nehmen und darüber berichten."
26. Oktober 2018
Anhörung der Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer zur 17. Änderung der Gebührenordnung der WPK
Der Vorstand der WPK hat in seiner Sitzung am 16./17. Oktober 2018 beschlossen, dem Beirat eine Änderung der Gebührenordnung vorzuschlagen. Dies betrifft einerseits die Prüfungsgebühren für die Berufsexamina und andererseits die Streichung der Gebühr für die Fertigung von Kopien. Der Vorstand hat sich dafür ausgesprochen, die bisher pauschal erhobene Prüfungsgebühr durch eine klausurbezogene Prüfungsgebühr von 500 EUR zu ersetzen. WP-Examenskandidaten hätten dann in den Prüfungsgebieten, in denen zwei Aufsichtsarbeiten anzufertigen sind, eine Prüfungsgebühr von 1.000 EUR zu zahlen, bei nur einer Klausur 500 EUR. Im Hinblick auf das Vorstandsziel "Nachwuchsgewinnung und Nachwuchsförderung" führt dies zu einer deutlichen finanziellen Entlastung der Examenskandidaten. Die vorgeschlagene Änderung soll unabhängig davon gelten, ob die geplante Modularisierung des WP-Examens bereits zum Prüfungstermin II/2019 umgesetzt sein wird. Da auf die Zahl der Klausuren abgestellt werden soll, wird sie auch für die nicht modularisierte verkürzte Prüfung zum Wirtschaftsprüfer für vereidigte Buchprüfer nach § 13a WPO gelten. Darüber hinaus soll auch die Gebühr für die Prüfung als Wirtschaftsprüfer nach dem Neunten Teil der WPO, die Eignungsprüfung für Abschlussprüfer aus einem anderen EU- oder EWR-Staat oder aus der Schweiz, reduziert werden.

Der Vorstand hat darüber hinaus beschlossen, dem Beirat die Streichung der Kopiergebühr vorzuschlagen, da sich diese Gebühr nicht bewährt hat und infolge einer Entscheidung des EuGH bei Kopien aus WP-Examensakten ohnehin von der Erhebung einer Kopiergebühr abgesehen werden muss.

Als Ergebnis seiner Beratungen möchte der Vorstand die Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer zu diesen Änderungen der Gebührenordnung anhören:

§ 3 Gebührentatbestände/Gebührenhöhe
(1) Im Verfahren der Zulassung und Prüfung als Wirtschaftsprüfer erhebt die Wirtschaftsprüferkammer
... für das Verfahren der Prüfung als Wirtschaftsprüfer eine vor Beginn der schriftlichen Prüfung in einem Prüfungsgebiet, in dem zwei Aufsichtsarbeiten anzufertigen sind, zu entrichtende Gebühr in Höhe von 1.000 € für das Verfahren der Prüfung als Wirtschaftsprüfer eine vor Beginn der schriftlichen Prüfung in einem Prüfungsgebiet, in dem eine Aufsichtsarbeit anzufertigen ist, zu entrichtende Gebühr in Höhe von 500 € Für das Verfahren der Prüfung als Wirtschaftsprüfer nach dem Neunten Teil der WPO eine Gebühr in Höhe von 1.000 € ...

(9) Die Wirtschaftsprüferkammer erhebt für auf Antrag gefertigte Kopien je Seite eine Gebühr in Höhe von 0,50 € mindestens jedoch 5 €.
Für die Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer besteht die Gelegenheit zur Stellungnahme. ... Die Beschlussfassung des Beirates über die Änderung der Gebührenordnung ist in der Sitzung des Beirates am 11. Dezember 2018 vorgesehen.
3. September 2018
Wirtschaftsprüfungsexamen: Prüfungstermine 2019/2020 und aktualisierte Merkblätter
Hier ein Auszug von der Website der WPK:
"Im Hinblick auf die mögliche Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens ... ist ein veränderter Prüfungsablauf geplant: Die bisher ab Anfang August stattfindende schriftliche Prüfung würde auf die letzten drei Augustwochen verschoben werden, als zusätzliches Angebot würde in der letzten Juniwoche eine schriftliche Prüfung in den Modulen (Prüfungsgebieten) "Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre" und "Wirtschaftsrecht" stattfinden. Die Klausuren würden in diesem Prüfungstermin dann voraussichtlich einerseits am 25., 26. und 27. Juni 2019 und andererseits am 13., 14., 20., 21., 22. und 27. und 28. August 2019 geschrieben."
Merkblatt der WPK vom 01.09.2018
26. Juli 2018
Auszug aus dem Bericht über die Vorstandssitzung der WPK am 17. Juli 2018
In Hinblick auf die Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens hat sich der Vorstand mit Anmerkungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) befasst. Im Zentrum standen die Überlegungen des BMWi, den Prüfungszeitraum auf sechs Jahre festzulegen und die Anzahl der Wiederholungsversuche für die Bewältigung der Gesamtprüfung auf einen Versuch zu begrenzen. Diesen Überlegungen schließt sich der Vorstand an.
22. Juni 2018
Sitzung des Beirates der WPK, Auszug aus dem Bericht des Vorstandes
Das Projekt Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens liegt derzeit dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Nach letztem Erkenntnisstand kann bis zum Jahresende mit einer Verordnung gerechnet werden, so dass die Modularisierung zum 2. Prüfungstermin 2019 anwendbar sein könnte.
19. April 2018
Auszug aus dem Bericht über die Vorstandssitzung der WPK
Der Vorstand diskutierte verschiedene Möglichkeiten der Modularisierung des WP-Examens. Dabei wurde unter anderem die Frage nach einem Zusatztermin zu zwei Vollterminen im Jahr beraten. In der nächsten Vorstandssitzung sollen die Beratungen fortgesetzt werden.
15. April 2018
Stellungnahme der WPK
Im Anschluss an die Regierungsbildung wird jetzt abzuwarten sein, mit welcher Priorität der Verordnungsgeber das Thema "Modularisierung des WP-Examens" angehen wird und inwieweit die Anregungen des Berufsstandes umgesetzt werden können. Eine verlässliche Prognose, wann das Examen erstmals in modularisierter Form durchgeführt werden könnte, lässt sich daher weiterhin noch nicht abgeben. Derzeit schließen wir einen Start im Prüfungstermin II/2019 nicht aus, wenn sich die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen nicht allzu lang hinzieht.
26. Juli 2017
IDW aktuell:
Modernisierung des Wirtschaftsprüfer-Examens
 
Das IDW bekräftigt die Notwendigkeit einer dringenden Reform des WP-Examens. Das WP-Examen wird von vielen Studenten als wichtiger Grund dafür genannt, sich gegen den Beruf des Wirtschaftsprüfers zu entscheiden.
 
In einem Schreiben an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) macht das IDW deutlich, dass die stetig zunehmende und inzwischen überbordende Stoffmenge zu einem Prüfungszeitpunkt (Blockexamen) kaum noch zu beherrschen sei. Gleichzeitig handle es sich aber um berufsstandsrelevante Themen. Die in enger Abstimmung mit der WPK erarbeitete Lösung sieht eine zeitliche Entzerrung der Prüfungsgebiete vor.
 
Das IDW würde es sehr begrüßen, wenn die Modularisierung vom BMWi in einem ersten Schritt möglichst zügig umgesetzt würde. In einem zweiten Schritt sollen darüber hinaus die bisher erforderlichen Praxis- und Prüfungszeiten für die Prüfungsgebiete Wirtschaftsrecht und BWL gelockert werden. Damit wäre es möglich, in diesen Fächern zeitlich nah zum Studium zu prüfen.
 
Schreiben von Frau Dr. Kelm, IDW, an Frau Dr. Hepperle, BMWi:
 
Modernisierung des Wirtschaftsprüfer-Examens
 
Sehr geehrte Frau Dr. Hepperle,
 
der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer steht vor erheblichen personellen Herausforderungen: Die Zahl der Examenskandidaten nimmt stetig ab und hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert. Gleichzeitig zeigt die Alterspyramide, dass in den nächsten fünf Jahren überproportional viele Wirtschaftsprüfer altersbedingt aus dem Berufsstand ausscheiden werden.
Als Ursache für das Nachwuchsproblem wird häufig das Wirtschaftsprüfer-Examen (WP-Examen) genannt. Das IDW hat in enger Absprache mit der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) nach Lösungen zur Modernisierung des Examens gesucht, um dieses für die Examenskandidaten kalkulierbarer und attraktiver zu gestalten. Wir halten es für dringend erforderlich, auf einer ersten Stufe die Examensgebiete zu modularisieren und auf einer zweiten Stufe die Anforderungen an die Praxiszeiten für einzelne Examensgebiete zu lockern. Darüber hinaus unterstützen wir die Bestrebungen der WPK, einen staatlich anerkannten Prüfungsfachwirt zu schaffen. Im Wesentlichen regen wir folgende Änderungen an:
 
Stufe 1: Modularisierung des WP-Examens
 
Das WP-Examen gilt als eines der schwierigsten Examen in Deutschland und ist mit erheblichen Entbehrungen verbunden. Trotz der oft intensiven Vorbereitung bestehen im ersten Durchgang nur etwa 20% der Kandidaten das Examen (sog. Voll-WP). Kandidaten, die wegen eines bereits abgelegten Steuerberater-Examens oder eines speziellen Studiums eine verkürzte Prüfung ablegen, bestehen das Examen typischerweise mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60%.
Dabei ist anzumerken, dass den Kandidaten zum Examenszeitpunkt eine – nicht zuletzt auch durch zunehmende Regulierung verursachte – überbordende Stoffmenge abverlangt wird. Diese Stoffmenge kann – bezogen auf ein Block-examen – schlicht nicht mehr beherrscht werden, so dass Schwerpunkte gesetzt werden müssen und der Faktor „Glück“ eine immer wichtigere Komponente spielt. Die relevanten Themen haben i.d.R. gleichwohl ihre Berechtigung, so dass eine massive Kürzung des für das Examen relevanten Themenumfangs keine Lösung wäre. Zusammen mit der WPK regen wir daher eine Modularisierung des Examens an, die es erlaubt, die relevanten Prüfungsgebiete (BWL, Wirtschaftsrecht, Steuern, Prüfungswesen) über einen bestimmten Zeitraum zu verteilen. Als maximaler Zeitraum erscheinen uns acht Jahre sachgerecht, um etwa Wiederholungsmöglichkeiten angemessen nutzen und persönliche Lebensumstände, wie z.B. Elternzeit, berücksichtigen zu können.
Die Kandidaten können ihre Lernintensivität selbst bestimmen und ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Freistellung und verbleibendem Urlaubsanspruch wählen. Wir gehen davon aus, dass die Kandidaten künftig jeweils zwei Fächer kombinieren und das Examen damit auf zwei Zeitpunkte verteilen werden – wobei auch eine vollständige Modularisierung (ein Prüfungsgebiet pro Jahr) möglich ist.
Um Stufe 1 umzusetzen, bedarf es einer Änderung der Wirtschaftsprüferprüfungsverordnung (WiPrPrüfV) ohne Beteiligung des Bundesrates oder des Bundestages. Eine möglichst schnelle Umsetzungdes WPK-Vorschlags würden wir sehr begrüßen.
 
Stufe 2:Anforderungen an die Praxis- und Prüfungszeit
 
Die Prüfungszulassung setzt eine mindestens dreijährige Praxiszeit voraus; beträgt die Regelstudienzeit der Hochschulausbildung weniger als acht Semester, verlängert sich die Tätigkeit auf vier Jahre (§ 9 Abs. 1 WPO). Davon müssen die Bewerbenden wenigstens während der Dauer zweier Jahre überwiegend an Abschlussprüfungen teilgenommen und bei der Abfassung der Prüfungsberichte mitgewirkt haben (Prüfungstätigkeit; § 9 Abs. 2 S. 1 WPO).
Die Anforderungen an die Praxis- und Prüfungszeit erscheinen zweckmäßig für jene Prüfungsgebiete, die die Inhalte der Vorbehaltsaufgaben abdecken. In einem modularisierten Examen sollte daher differenziert werden: Während die Anforderungen an die Prüfungs- und Praxiszeit für die Prüfungsgebiete Steuern und Prüfungswesen aufrecht erhalten bleiben sollten, erscheint es für die Prüfungsgebiete Wirtschaftsrecht und BWL zweckmäßig, dass die Prüfungsleistungen in zeitlicher Nähe zum Studium abgelegt werden können. Dies würde gerade bei jungen Prüfungsassistenten die Motivation steigern, das WP-Examen zu beginnen.
Hierfür wäre eine Änderung der WPO erforderlich, die auch die Einbindung parlamentarischer Gremien erfordert und somit – auch angesichts der anstehenden Bundestagswahl – wohl nur mittelfristig umzusetzen ist. Wir regen daher an, die Lockerung der Praxis - und Prüfungszeit für die Prüfungsgebiete BWL und Wirtschaftsrecht in einem zweiten Schritt anzustreben.
 
Prüfungsfachwirt
Gerade bei den mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist zu beobachten, dass langjährige Prüfungsassistenten hervorragen de Arbeit verrichten, aber auch dauerhaft kein WP-Examen anstreben. Um bei diesen erfahrenen Prüfungsassistenten/Prüfungsleitern eine angemessene Qualität sicherstellen zu können, begrüßt das IDW die Bestrebungen der WPK, einen staatlich anerkannten Prüfungsfachwirt zu etablieren.
 
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Kelm
30. Juni 2017
Interview mit Frau Dr. Kelm, IDW
Frau Dr. Kelm, neben dem Bereich Steuern und Recht sind Sie auch für Aus- und Fortbildung zuständig. Was waren die wesentlichen Themen im Berichtszeitraum?
 
Ein zentrales Thema im Ausschuss für Aus- und Fortbildung war und ist das WP-Examen. Das Examen gilt nicht zu Unrecht als eine der härtesten Prüfungen im deutschen Bildungswesen. Das darf aber nicht dazu führen, dass es nicht mehr beherrschbar wird. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass die Prüfungen in ihrer Struktur unverändert geblieben sind, die relevante Stoffmenge aber regelrecht explodiert ist. Es ist kaum mehr möglich, den gesamten Stoff zu einem Zeitpunkt zu beherrschen. Zusammen mit Vertretern der WPK haben wir daher nach einer Lösung gesucht und sehen in der angestrebten Modularisierung eine gute Chance: Die Prüflinge haben künftig die Wahl, das Examen zeitlich zu entzerren und beispielsweise in einem Jahr die Prüfungsgebiete BWL und Jura zu schreiben und im Folgejahr Prüfungswesen sowie ggf. Steuern. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schaffung eines staatlich anerkannten Prüfungsfachwirts: Gerade bei kleineren WP-Praxen ist zu beobachten, dass einige Mitarbeiter das WP-Examen scheuen, trotzdem wertvolle Prüfungsassistenten sind. Um Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und die Qualifikation dieser Mitarbeiter auch gegenüber dem Mandanten zu signalisieren, könnte eine staatlich anerkannte Qualifikation in Form des Prüfungsfachwirts helfen.
3. Mai 2017
Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens – Überlegungen des Vorstandes der WPK
Erhöhung der Attraktivität und Modernisierung – Das Wirtschaftsprüfungsexamen in seiner bisherigen Form als Blockprüfung erscheint zunehmend weniger attraktiv. Es erschwert eine flexible persönliche und berufliche Lebensplanung, zum Beispiel bei der Familiengründung oder bei der Wahrnehmung von Auslandsstationen.
Der Vorstand der WPK hält es für erforderlich, die Prüfung im Sinne einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Neuausrichtung des Berufsexamens zu modernisieren. Die Prüfung soll der Ausbildungs- und Lebenswirklichkeit angepasst und nach dem Vorbild von Hochschulprüfungen strukturiert werden. Der Vorstand der WPK spricht daher sich für eine Modularisierung der Prüfung aus.
 
Was heißt Modularisierung?
 
Jedes der vier Prüfungsgebiete:
Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht
Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre
Wirtschaftsrecht
Steuerrecht
soll als einzelnes Modul abgelegt werden können und besteht wie bisher aus schriftlicher und mündlicher Prüfung. Neu ist, dass ein bestandenes Modul nicht verfällt. Wenn alle Module bestanden sind, ist das Examen insgesamt bestanden. Jedes Modul kann zweimal wiederholt werden. Die Modularisierung trägt auch der gewachsenen Stofffülle Rechnung. Zugleich soll ein Anreiz gesetzt werden, nach Bestehen erster Module dabei zu bleiben und sich nicht schon frühzeitig beruflich anders zu orientieren. So könnte die Modularisierung auch die Zahl der Teilnehmer am Wirtschaftsprüfungsexamen positiv beeinflussen.
Die hohe Qualität des Wirtschaftsprüfungsexamens muss selbstverständlich unverändert erhalten bleiben.
 
Die Regelungen im Einzelnen
Die Modularisierung des WP-Examens ist eine zusätzliche Möglichkeit, den Ablauf der Prüfung zu gestalten. Sie ist ein Angebot an die Kandidatinnen und Kandidaten, die von ihnen zu absolvierenden Prüfungsgebiete in einem oder mehreren Prüfungsterminen in Angriff nehmen zu können. Die bisherigen Zugangswege einschließlich der Möglichkeiten, das WP-Examen in verkürzter Form abzulegen (§§ 8a, 13 bis 13b WPO), bleiben ebenso unberührt wie auch die bisherige Blockprüfung. An alle Kandidatinnen und Kandidaten sollen zudem weiterhin einheitliche Anforderungen gestellt werden.
Jedes der (maximal) vier Prüfungsgebiete kann gesondert abgelegt werden. Das WP-Examen ist dann bestanden, wenn alle abzulegenden Prüfungsgebiete erfolgreich absolviert wurden. Innerhalb eines Prüfungsgebietes soll keine weitere Aufteilung möglich sein.
Die Klausurdauer soll unverändert zwischen vier und sechs Stunden betragen.
Schriftliche und mündliche Prüfung eines Prüfungsgebietes sollen wie bisher in zeitlichem Zusammenhang stattfinden. Die Zulassung zur mündlichen Prüfung soll also nicht erst dann erfolgen können, wenn alle Prüfungsgebiete schriftlich bestanden sind.
Ein Kurzvortrag soll wie bisher Bestandteil der mündlichen Prüfung sein. Der Vortrag soll künftig immer im Prüfungsgebiet „Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht“ gehalten werden und Auftakt der entsprechenden mündlichen Prüfung sein. Drei Vortragsthemen sollen zur Auswahl stehen.
Die Prüfung jedes einzelnen Prüfungsgebietes soll wie bisher zweimal wiederholt werden können.
Für die Ergänzungsprüfung bleibt künftig kein Anwendungsbereich mehr.
Für die Ablegung aller Prüfungsgebiete soll ein Zeitraum von bis zu acht Jahren gewährt werden.
Wenn nach Ablauf des vorgenannten Zeitraums noch nicht alle Prüfungsgebiete bestanden sind, werden die bereits bestandenen Prüfungsgebiete sowie die Fehlversuche gelöscht. Kandidatinnen und Kandidaten können dann einen neuen Achtjahreszeitraum „bei Null“ beginnen.
Für die verkürzte Prüfung nach § 13a WPO (Prüfung zum Wirtschaftsprüfer für vereidigte Buchprüfer) soll keine Modularisierung eingeführt werden.
Ein modularisiertes Examen soll möglichst erstmals im Prüfungstermin I/2019 angeboten werden.
Die Zulassung zum Examen soll nach mindestens sechsmonatiger praktischer Tätigkeit möglich sein. Dabei soll kein Mindestmaß an Prüfungstätigkeit gefordert werden, um nicht solche Bewerberinnen und Bewerber zu benachteiligen, die in Prüfungspraxen mit nur wenigen Prüfungsmandaten tätig sind.
Vor der Teilnahme an dem Prüfungsmodul „Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht“ müssen jedoch die drei- beziehungsweise vierjährige Tätigkeit einschließlich der erforderlichen Prüfungstätigkeit vollständig nachgewiesen werden. Voraussetzung für die vorzeitige Zulassung ist eine Änderung von § 9 WPO. Hierfür wird gegebenenfalls ein längerer Zeitrahmen erforderlich sein als für eine Änderung der Wirtschaftsprüferprüfungsverordnung.
 
Hiermit gibt der Vorstand den WPK-Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, zu seinen Überlegungen Stellung zu nehmen. Um Hinweise wird bis zum 30. Juni 2017 an die Prüfungsstelle für das Wirtschaftsprüfungsexamen bei der Wirtschaftsprüferkammer, Rauchstraße 26, 10787 Berlin (pruefungsstelle(at)wpk.de) gebeten.